Zufall oder Notwendigkeit

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Alternaton

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Klangobject 2

 

Klangobjekt 3

 

Klangobject 4

cithara Klang-Objekte

 

KLangobjekt


Wie die Bewegung war der Klang am Anfang nur ein Mittel, um Zeitabläufe und Verhaltensstrukturen darzustellen. Die Inhalte waren oft von der Neurobiologie und der Psychologie beeinflusst, wobei die Lautsprecher nicht die Aufgabe hatten, Klänge zu produzieren, sondern einen akustischen Output zu liefern, der dem Betrachter die Verhaltensänderungen erkennbar machen sollte. Aus dem Prinzip der Habituation ließen sich Reaktionsweisen ableiten, die komplexer waren: so z.B, der konditionierte Reflex (Pawlowscher Hund, In einem Objekt von 1972 mit einer Fotozelle und einem Mikrofon) oder ein Verhalten, das ich Bedürfnisreaktion nannte und In dem Objekt "Bedürfnis" 1973 verwirklichte. Dieses Objekt reagierte bei Abschattung mit Klang und machte sich, falls es längere Zelt keinen Schatten mehr bekam und "hungrig" wurde, bei Geräuschen so lange mit Tonen bemerkbar, bis es wieder Schatten bekam und "satt" wurde
Dann experimentierte ich mit Klängen, nicht um die Objekte musikalisch zu bereichern, sondern um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Überlagerung von dissonanten Tonreihen, Modulation, um den Ton zu "verunreinigen" (nicht-harmonische Obertöne), brummende Töne (z B. "Tiefer Brummer", ca. 1979), knarrende Töne ("Knarrkopf ", 1979), Wassertropfen-Klänge ("Tontropfen"), rotierende Lautsprecher zur Veränderung der räumlichen Wahrnehmung von Tönen ("Rotationen", 1977), Nachhall mit Metallfedern (z. B "Hallkasten", 1976 und "Hallfedern", 1992) und Zwitschern in der Werkgruppe "Zwitschermaschinen", 1986-88) um eine Assoziation mit Vögeln hervorzurufen. Nach dem Auftrag fur die Klanginstallation zu den Donaueschinger Musiktagen 1975 begannen die Experimente mit musikalischen Parametern. Das "Donaueschinger Environment" benötigte zur Erzeugung von Klängen noch einen Synthesizer, alle späteren Klangobjekte erzeugten ihre spezifischen Klangfarben selbst. Es entstanden in den folgenden Jahren Objekte, bei denen die Variation musikalischer Parameter Teil Ihres "Verhaltens" war: Der Betrachter konnte Tempo, Tonhöhen, Rhythmik, Lautstarke und Klangfarben beeinflussen, dies auf sehr unterschiedliche Weise: Die Parameter konnten zu oder abnehmen, sich plötzlich ändern oder durch objekt-interne Impulse (auf die der Betrachter keinen Einfluss hat) gesteuert werden. Ich experimentierte mit Überlagerungen von Rhythmen mit unterschiedlichen Metren, mit unterschiedlichen Tonreihen, mit repetitiven Tonsequenzen (z.B.iIn der Werkgruppe der minlmal-muslc-Skulpturen und -Klangwände). Staccato-und Legato-Tonfolgen, mit Überlagerung von gleichen Reihen (Im Objekt "Quasi-Unisono", bei denen der Betrachter den zeitlichen Abstand zweier identischer Reihen durch kleine Zeitverschiebungen beim Beschatten von zwei Fotozellen selbst bestimmen konnte)
Bei all diesen unterschiedlichen Möglichkeiten, Klanggestalten zu beeinflussen, geht es mir um die Sensibilisierung der Wahrnehmung kleiner Strukturänderungen, wozu das Medium Klang besser geeignet ist als Bewegung. Wenn Ich eine bestimmte zeitliche Struktur mit Tönen darstelle, so nehme ich deren Komplexität besser war, als wenn ich dieselbe Struktur durch optische oder mechanische Mittel darstelle, das Ohr ist für kleine Zeitunterschiede wesentlich empfindlicher als das Auge, Bemerkenswert ist auch die Wahrnehmungstäuschung, die bei den monophonen Objekten zu beobachten ist: Obwohl die Tonhöhen nicht in der tonalen Skala liegen (sie klingen eigentlich falsch) korrigiert das musikalisch nicht geschulte Ohr die Töne in die tonale Skala, d h. der Hörer projiziert sein gewohntes Tonsystem in das fehlerhafte und nimmt eine Melodie wahr, die für ihn nicht falsch klingt. Ganz anders bel mehrstimmigen Objekten: Verstimmte Töne werden im Zusammenklang sofort als falsch empfunden. Deshalb haben mehrstimmige Objekte aufeinander abgestimmte Tonhöhen

Peter Vogel Stele Legato

Peter  Vogel Zartes Pizzicato