Die Zwitschermaschine - Hommage à Paul Klee

 

Zwitschermaschiene

Die "Zwitschermaschinen" (80er Jahre) stellen eine Mischform dar, wo Bewegungen mit Klang verbunden werden.
Bei einigen der ersten kybernetischen Objekte Anfang der 70er Jahre gab es Reaktionen, bei denen Bewegung mit Licht gekoppelt war: So reagierte z.B. "Der Gummischlauch", 1970 mit Herumwirbeln eines Schlauches, während gleichzeitig an einer durchlöcherten Stelle der Leinwand Lichter aufblitzten. Auch bei dem Wandobjekt "Die blaue Maya", 1971 gab es Zitterbewegungen mit leisen Metallklängen und ein Leuchten hinter blauer Folie.

 

PeterVogel

cithara Zwitschermaschinen

 

 

P.Klee

Die Zwitschermaschine. Klees berühmtes Bild war Anregung für eine ganze Werkgruppe von "Zwitschermaschinen", wo die Vögel durch Lautsprecher ersetzt waren, die sich beim Drehen einer Kurbel bewegten und Vogelgezwitscher imitierten, Klees Bild ist sehr poetisch und trotz aller Ironie liebenswürdig; es war für mich Immer ein Gleichnis für die Verwissenschaftlichung der Natur oder auch eine Allegorie für die Mechanisierung der Lust. Bei meiner "Hommage a Paul Klee" wollte Ich zeigen, dass es nicht dabei geblieben ist, Natur mechanistisch zu deuten, sondern dass man sie sogar ersetzt. Dies wollte ich physisch erfahrbar machen. Der Betrachter muss an der Kurbel drehen, um das Zwitschern auszulösen, das Gestänge aus Draht kann man anfassen, es ist durchschaubar, die elektronische Imitation der Vogel-Warnrufe aber bleibt geheimnisvoll. Dies ist eine Analogie zum heutigen Gebrauch unserer Technik. Wir fassen sie alle an, die scheinbar harmlosen Maschinchen, setzen damit Dinge in Gang, die wir nicht mehr verstehen können und die sich heimtückisch in unser Leben einmischen. Wir stehen einem System gegenüber, das eine Eigendynamik entwickelt hat und uns entgleitet. Die Zivilisationsprodukte sind zu unserer eigentlichen Umwelt geworden, die Natur ersetzbar und zu Dekoration degeneriert, das Surrogat wird zur eigentlichen Realität und zum Freudenspender.